Einbahnstraßendenken

Es passiert wohl jedem mal, dass er in seinem Denken zu einer Sache verhärtet, in einer Einbahnstraße denkt und keine andere Richtung zulassen möchte. Meist sollte man es merken; von alleine, an den Reaktionen der Umwelt, oder sei es nur, weil man damit zwangsläufig irgendwann vor eine Wand fährt. Und dennoch – soetwas scheint uns ständig zu begleiten und zu umgeben. Einbahnstraßendenken findet sich wohl besonders schnell in Gruppenmeinungen wieder; parolenhaft vereinfachte Modelle teilen sich müheloser, einfachen Schlagworten kann man leichter zustimmen als differenzierten Gedanken, deren genaues Profil diskussionswürdig sein kann. Zur Richungsbestimmung manchmal vielleicht sogar unerlässlich.

Und es ist offenbar konsenzfähig, über Parteigrenzen und (hoffentlich meist) verschiedene Denkmuster hinaus. Das zeigt mir aktuell die Abberufung der Goslarer Gleichstellungsbeauftragten, Monika Ebeling, und das, weil sie getan hat, wozu sie berufen wurde: sich für Gleichstellung einsetzen.
(M. Ebeling in ihrem Blog Geschlechterdemokratie dazu)

Einer/m Gleichstellungsbeauftragten vorzuschreiben, sie/er müsse sich für Frauenthemen aber nicht für Männerthemen einsetzen, das bedeutet letztendlich, dieses Amt für eine Verschiebung der Diskriminierung mißbrauchen zu wollen.

Gleichheit ist eine Äquivalenzrelation – das heißt auch, sie ist symmetrisch – also in beide Richtungen gültig. Oder anders gesagt: keine Einbahnstraße.

 

Über loki

Namen sind wie Schall und Rauch – viele Worte sind es auch

Ich gehe und stolpere durch diese Welt und dieses Leben, wie wohl jeder andere auch. Manchmal bleiben Worte, Bilder, Lieder, Eindrücke – Gedanken und Gefühle –
… und manchmal schreib ich diese auf .

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